Obgleich Duden [ von Koschutnig am 2012-01-28 12:11:16 ]
das Wort
"Klosettschüssel" als „veraltend“ klassifiziert,
wird die berühmteste aller Toilettenschüsseln, Marcel Duchamps mit einem Scherznamen signiertes Ausstellungsstück "Fontaine" von 1917 (die eigentlich ein Urinal ist, siehe das Original http://fr.wikipedia.org/wiki/Fichier:Duchamp_Fountaine.jpg), von deutschen Autoren mehrfach als "Klosett
schüssel" bezeichnet [s.http://tinyurl.com/887y5da],
während (Alt-)Österreicher nicht erst, seit der Österreicher Werner Hofmann (1. Dir. des Museums des XX. Jh.) die kunstgeschichtliche Bedeutung dieser "Klosettmuschel" erkannt und bekannt gemacht hat, von Duchamps "Klosett
muschel" gesprochen haben, z.B.
• der DNS-Erforscher Erwin Chargaff (geb.1905 in Czernowitz, Gym. und TH in Wien, emigriert 1933) :
"Hand aufs Herz, können wir mehr erwarten als eine vom Künstler signierte Klosettmuschel?" ("Alphabetische Anschläge", Seite 237) http://tinyurl.com/7jqdyzw
Auftauchen und Verwendung der "Klosettmuschel" in dt. Quellen mag also durch den eingebürgerten österr. Terminus bedingt sein.
• Werner Hofmann (*1928 in Wien):
„Duchamps Gesten sollten ursprünglich das geschlossene ästhetische
System sprengen, … und zweifellos gelang es ihm für gewisse Zeit, das Pathos der Genialität zu entlarven und, indem er eine Klosettmuschel signierte, die
Signatur als Ausweis schöpferischer Authentizität (und somit als Wertgarantie) lächerlich zu machen.“( "Kunst jenseits der geschlossenen Systeme", 1996, S. 296, zit. Bei Rainer Zendron, Konzeptionelle Kunstentwicklung, Linz 2002, S.86) http://tinyurl.com/739tcyn
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Roché meint, Duchamp habe mit seiner 1917 zu einer Ausstellung eingesandten Klosettmuschel sagen wollen: „Das Schöne ist da, wo ihr es erfindet“("Grundlagen der modernen Kunst", Kröner 355,1966, S. 338, s.a. S 291, 292)http://tinyurl.com/79wrn73
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Duchamp nobilitiert und verrätselt den Flaschentrockner ( 1914) und die Klosettmuschel (1917).( "Bruchlinien", 1979. S.79) http://tinyurl.com/7zjo5r8